Nationalfeiertag
Der österreichische Nationalfeiertag wird am 26. Oktober begangen. Er erinnert an die Neutralitätserklärung Österreichs im Jahr 1955. Österreich hat sich nach den Erfahrungen der beiden Weltkriege und der Besatzung dafür entscheiden, an keinem der militärischen Bündnissysteme mitzuwirken und in keinem der militärischen Konflikte parteiisch einzugreifen. Ein Jahr später, 1956, beschloss der damalige Ministerrat alljährlich den "Tag der österreichischen Fahne" am 26. Oktober zu begehen.
Seit 1967 ist der 26. Oktober als unser Nationalfeiertag auch ein arbeitsfreier Tag.
Ohne Staatsvertrag gäbe es aber den 26. Oktober auch nicht als Nationalfeiertag.
Nationalrat
Siehe Parlament.
Nationalratswahl
Vor einem Jahr hat die Regierung beschlossen, dass Nationalratswahlen alle fünf Jahre stattfinden. Wenn du dann 16 Jahre alt bist, kannst du in Österreich schon wählen gehen. Vielleicht hast du ja Brüder oder Schwestern, die schon so alt sind. Die können jetzt bereits wählen. Die Österreicherinnen und Österreicher bestimmen so, welche Partei in den Nationalrat kommt und welche nicht. Wählen gehst du in ein Wahllokal in deiner Umgebung. Aber du darfst dir ein Wahllokal nicht vorstellen wie ein Lokal, wo du essen oder trinken kannst. Wenn du einen Ausweis (etwa deinen Reisepass oder Schülerausweis) mit hast, bekommst du einen Stimmzettel und ein Kuvert.
Ein Stimmzettel sieht so aus:

Wahlzettel 2008 für den Wahlkreis Klagenfurt. Quelle: PoliPedia.at.
Unter jeder Partei (SPÖ, ÖVP, Grüne, …) ist ein Kreis. Wenn du wählst, machst du ein Kreuzerl in dem Kreis der Partei, die dir gefällt. Aber Achtung! Du darfst nur bei einem Kreis ein Kreuz hinein malen. Sonst gilt deine Wahl nicht. Wo du das Kreuz machst, musst du selbst entscheiden. Es darf dir aber keiner dabei zusehen! Deshalb wählst du auch alleine in einer Kabine. Danach gibst du den Zettel in das Kuvert und das wirfst du in die große Box.

Eine durchsichtige Wahlbox, wie sie in Frankreich verwendet wird. In Österreich kann der Inhalt der Wahlbox nicht eingesehen werden. Quelle: Wikipedia.at.
Alle Österreicherinnen geben ihren Zettel in diese Box. Am Ende werden alle Zettel herausgeholt. Dann werden die Kreuzerln für jede Partei zusammengezählt und die Ergebnisse in Prozente umgerechnet. Die siehst du dann bei der ersten Hochrechnung (ein vorläufiges Ergebnis) noch am Tag der Wahl.

Darstellung eines vorläufigen Ergebnisses der Nationalratswahl 2008 als Balkengrafik. Quelle: Wiener Zeitung Online.
Die Partei mit den meisten Kreuzerl nennt man „stimmenstärkste Partei“. Der Bundespräsident gibt dieser Partei den Auftrag, dass sie eine Regierung bilden soll. Das dauert meistens ein paar Monate. In dieser Zeit sprechen die Parteien miteinander und versuchen gemeinsam eine Regierung zu bilden.
Achtung! Zum Regieren müssen die Parteien zusammen mehr Prozente haben als die anderen Parteien im Parlament. Wenn sich die Parteien geeinigt haben, gibt es eine neue Regierung mit einem neuen Bundeskanzler. Es kann aber auch eine Partei versuchen alleine zu regieren (Minderheitsregierung), wenn und solange andere Parteien im Parlament es dulden.
NATO
Die NATO (North Atlantic Treaty Organization oder auf Deutsch: Nordatlantik-Organisation) ist ein Militärbündnis, das nach dem Zweiten Weltkrieg von europäischen und nordamerikanischen Staaten gegründet wurde. Heute hat sie 26 Mitgliedstaaten. Die NATO sieht vor allem die friedliche Beilegung von Konflikten vor, aber auch die gemeinsame militärische Verteidigung, sollte eines der Mitgliedsländer angegriffen werden.
Während des "Kalten Krieges" war die Hauptfunktion der NATO die Abschreckung gegenüber der Sowjetunion und der so genannten Ostblock-Staaten, die als Gegenpart zur NATO den Warschauer Pakt bildeten. Nach dem Zerfall der Sowjet-Union und der Wiedervereinigung Deutschlands trat dieser Aspekt in den Hintergrund. Heute stehen Aufgaben wie Rüstungskontrolle und Konfliktverhinderungen im Vordergrund.
Österreich ist als neutraler Staat (siehe Neutralität) kein Mitglied der NATO.
Neutralität
Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: keines von beiden. Genauso ist das Wort auch zu verstehen: Im Staatsvertrag von 1955 ist festgehalten, dass Österreich aufgrund der "immerwährenden Neutralität" sich keinem der damals verfeindeten Blöcke USA oder Sowjetunion (siehe "Kalter Krieg") anschließen und sich in keine kriegerischen Auseinandersetzungen einmischen darf.
In der Schweiz gibt es die Neutralität in ähnlicher Form seit 1815.


